Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) wurde im Jahr 1758 von Carl von Linné (latinisiert Carolus LINNAEUS) wissenschaftlich beschrieben. Bis heute sind 13 Unterarten bekannt. In der Schweiz kommen davon allerdings nur der Gebänderte Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris; mit gelben Streifen auf dem Rücken und an den Seiten) und der Gefleckte Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra; mit weniger länglichen gelben Tupfen) vor. Sie leben und vermehren sich in kleinen Bächen und Quellen. Feuersalamandern kommt die allgemein hohe Luftfeuchte in Höhlen zugute, die sie vor dem Austrocknen schützt, und wo sie oft die ungünstige Jahreszeit überdauern.
Seit diesem Jahrtausend breitet sich der höchstwahrscheinlich aus Ostasien eingeschleppte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (kurz Bsal) in Mitteleuropa aus und vernichtet dabei ganze Salamanderpopulationen. Die Eindämmung dieses aggressiven Hautpilzes kann nur durch eine Verbreitungsverhinderung erfolgen. Diese sollte durch Reinigungs- und Hygienemassnahmen der Ausrüstungsgegenstände erfolgen und auch in der Höhlen- und Karstforschung konsequent praktiziert werden. Der Feuersalamander wurde bereits 2005 auf der Roten Liste der gefährdeten Amphibien der Schweiz als «verletzlich» (VU) eingestuft. Es muss damit gerechnet werden, dass die Gefährdung zunimmt, wenn der heute bis ins deutsche Ruhrgebiet nachgewiesene Pilz auch in der Schweiz ankommen sollte.
Die Feuersalamander besiedeln das ganze Jahr über unsere Höhlen, Bergwerksstollen und andere unterirdische Hohlräume. Die aktuelle Gefährdungssituation und die Tatsache, dass die Tierart auch für den Laien leicht erkennbar ist, führten dazu, dass der Feuersalamander zum "Höhlentier 2023" gewählt wurde. Die Art steht für eine Vielzahl von Tierarten, die auf geschützte unterirdische Rückzugsorte angewiesen sind.
Die Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung SGH will mit der alljährlichen Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.
Der Körper des Feuersalamanders ist bis zu 20 cm lang und maximal 50 g schwer, was ihn zum grössten unserer heimischen Schwanzlurche macht. Feuersalamander sind in der Regel schwarz-gelb gefärbt, wobei die Zeichnung für jedes Tier einmalig ist. Das Muster auf dem Rücken des Gebänderten Feuersalamanders (Salamandra salamandra terrestris) weist zwei gelbe Linien auf, die meist mehrfach unterbrochen sein können. Das Muster des Gefleckten Feuersalamanders (Salamandra salamandra salamandra) ist dagegen unregelmässig und zeigt nie Ansätze zu durchgehenden Rückenstreifen. Als Nahrung dienen Gliederfüsser, Regenwürmer und Landschnecken. Weibliche Feuersalamander bekommen bis zu 60 lebende Junge. Die kiementragenden Larven werden im Flachwasser abgesetzt. Sie ernähren sich dort hauptsächlich von Eintagsfliegen- oder Steinfliegenlarven, Bachflohkrebse und Wasserasseln.
Adulte Feuersalamander sind sowohl in Naturhöhlen als auch in Bergwerksstollen anzutreffen. Dorthin gelangen die Tiere in der Regel über Gesteinsspalten oder die Höhleneingänge. Ein Sonderfall sind Schachthöhlen, wo die Salamander eher zufällig hineinstürzen und dann selbstständig die Höhle nicht mehr verlassen können. Am Grund dieser Höhlenschächte findet sich ein reichhaltiges Nahrungsangebot von ebenfalls hereingefallenen wirbellosen Tieren, sodass adulte Salamander bei relativ gleichbleibenden Umgebungsbedingungen dort unter Umständen mehrere Jahre überleben können. Aus dem Freiland ist gar ein über 20 Jahre altes Tier belegt, während aus Haltungen über 50-jährige Tiere bekannt sind. Larven können in Höhlengewässern das ganze Jahr über beobachtet werden. Unter den spezifischen klimatischen Bedingungen des Höhlenmilieus ist die Vollendung der Metamorphose ganzjährig möglich. Zahlreichen Funde zwischen November und März belegen, dass überwinternde Larven in den subterranen Gewässern die Regel sind.
Der Feuersalamander besitzt ein für Amphibien bemerkenswert grosses Verbreitungsgebiet. Es umfasst weite Teile Europas von Portugal bis zu den Karpaten, von Nordwestdeutschland und den südlichen Niederlanden bis Südgriechenland. Verbreitungslücken gibt es unter anderem in den zentralen Alpen. Gleichzeitig ist die Art von Meereshöhe bis auf über 2’500m.ü.M. (in Zentralspanien und auf dem Balkan) zu finden. Ausserhalb Europas gibt es Vorkommen in Marokko, Algerien, Israel, Syrien, der Türkei und dem Iran.
Die beiden in der Schweiz vorkommenden Unterarten zeigen ergänzende Areale. Die gebänderte Form der Nordschweiz ist in Westeuropa bis zu den Pyrenäen verbreitet. Die gefleckte Unterart, welche die Südschweiz besiedelt, kommt angrenzend im östlichen Teil Europas vor. Die Alpen bilden die Grenze zwischen den Arealen der beiden Unterarten. In der Schweiz ist die gebänderte Unterart in der Nordost- und Nordschweiz in Höhenlagen bis zu 700 m (ausnahmsweise bis 1200 m) relativ weit verbreitet. Die Nachweise aus der Nordwestschweiz westlich des Bielersees sind jedoch bisher nur spärlich und scheinen auf geringere Bestände hinzudeuten. Im Wallis und in Graubünden, wo der von der Alpennordseite kommende Feuersalamander dominiert, wird er nur selten beobachtet. Die gefleckte Unterart lebt im Kanton Tessin und den Südtälern Graubündens (Misox, Bergell, Puschlav) und ist dort recht häufig an Talflanken zwischen 200 und 1400 m zu finden.
Faktenblatt zum Feuersalamander